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Lonsee
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Lonsee ist eine Gemeinde im Alb-Donau-Kreis in Baden-WĂĽrttemberg.

Contents

• Geographie
• Schutzgebiete
• Geschichte
• Vorgeschichte
• Mittelalter
• Neuzeit
• Ortsteile
• Urspring
• Halzhausen
• Luizhausen
• Radelstetten
• Sinabronn
• Religionen
• Politik
• Gemeinderat
• Wappen
• Verkehr
• Literatur
• Weblinks

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Geographie

Geographische Lage

Lonsee liegt am Beginn des Lonetals auf der Schwäbischen Alb, etwa 15 km nordwestlich von Ulm und etwa zehn Kilometer südöstlich von Geislingen an der Steige.

Nachbargemeinden

Die Gemeinde grenzt im Norden an Amstetten, im Osten an Weidenstetten, im SĂĽden an Westerstetten und Dornstadt sowie im Westen an Nellingen. Alle Gemeinden liegen im Alb-Donau-Kreis.

Gemeindegliederung

Zur Gemeinde gehören neben dem Kernort Lonsee die Teilorte Ettlenschieß, Luizhausen, Halzhausen, Radelstetten, Sinabronn und Urspring.

Schutzgebiete

Siehe auch

:

Liste der Naturdenkmale in Lonsee

In Lonsee liegen die Naturschutzgebiete Heiden in Lonsee und Amstetten und Salenberg. Einige Landschaftsteile auf dem Gemeindegebiet wurden als Landschaftsschutzgebiet Lonsee ausgewiesen. Die Stadt hat überdies Anteile am FFH-Gebieten Kuppenalb bei Laichingen und Lonetal. Der Salenberg ist auch als europäisches Vogelschutzgebiet ausgewiesen.cite-ref-2[2]

Geschichte

Vorgeschichte

Durch die Lage an einem Albübergang ist in Urspring eine Besiedlung seit dem Neolithikum nachweisbar. Noch älter sind die Funde aus der Haldensteinhöhle, die 1938 durch Gustav Riek untersucht worden ist. Bemerkenswert ist der Fund einer Blattspitze, die dem frühen Jungpaläolithikum, also der Zeit um 50.000 v. Chr. zuzuweisen ist. Die Haldensteinhöhle ist die westlichste der paläolithischen Fundstellen entlang des Lonetals.

Römische Zeit

Oberhalb des Orts Urspring befindet sich das ehemalige römische Kastell Ad Lunam, ein Grenzkastell des so genannten Alblimes, dessen genauer Gründungszeitpunkt in der Archäologie noch diskutiert wird. Im Tal selbst erstreckte sich eine dazugehörende Zivilsiedlung (vicus), die in den vergangenen Jahren weitgehend unbeobachtet überbaut worden ist.

Mittelalter

Bereits im Jahr 888 wurde Lonsee das erste Mal urkundlich erwähnt. Archäologische Funde bei Urspring zeigen aber bereits eine frühalamannische Besiedlung im 5. Jahrhundert und nachfolgend eine Besiedlung mindestens seit dem 7. Jahrhundert.

Lonsee gehörte im Hochmittelalter den Pfalzgrafen von Tübingen und später den Grafen von Helfenstein und war mit Mauern und Tortürmen befestigt. 1396 erwarb Ulm den Ort. Die Reichsstadt Ulm richtete in Lonsee ein Amt der Unteren Herrschaft ein.

Neuzeit

1803 fiel Lonsee an das Kurfürstentum Bayern und 1810 mit dem Grenzvertrag zwischen Bayern und Württemberg an das Königreich Württemberg. Lonsee wurde dem Oberamt Ulm unterstellt. 1850 erfolgte mit dem Ausbau der Filstalbahn über die Geislinger Steige bis Ulm der Anschluss an das Streckennetz der Württembergischen Eisenbahn.

Bei der Kreisreform während der NS-Zeit in Württemberg 1938 gelangte Lonsee an den Landkreis Ulm. 1945 wurde der Ort Teil der Amerikanischen Besatzungszone und gehörte somit zum neu gegründeten Land Württemberg-Baden, das 1952 im jetzigen Bundesland Baden-Württemberg aufging. Durch die Kreisreform in Baden-Württemberg kam Lonsee 1973 zum Alb-Donau-Kreis.

Ortsteile

Urspring

Urspring ist nach dem Kernort Lonsee der größte Ortsteil. Es wurde erstmals 1108 als Urspringam erwähnt, um 1255 als Urspringe. Der Name bedeutet „Siedlung an der Quelle“. Die Lone entspringt dort in einem, im Vergleich zum Blautopf, kleinen Quelltopf, der 6 m tief ist und einen Durchmesser von 10 m hat.

Nordöstlich der Ortsmitte auf dem „Herberg“ befand sich im 1./2. Jahrhundert n. Chr. ein römisches Kohortenkastell sowie ein zugehöriger Vicus. Der Name der Siedlung ist aus dem archäologischen Befund nicht direkt belegt, die Identifikation mit dem in der Tabula Peutingeriana erwähnten Ad Lunam liegt aber durch die Bedeutung des Namens nahe. Der lateinische Ortsname „Ad Lunam“ leitet sich nicht vom Lateinischen „Luna“ (der Mond) her, sondern bezieht sich auf die latinisierte Form des Flussnamens „Lone“, bedeutet also etwa so viel wie „Bei der Lone“. Der Ort hatte in römischer Zeit als Teil des Alblimes und Station der Römerstraße Mainz-Augsburg strategische Bedeutung. Die Römer nutzen die Lonequelle ebenso, wie die günstige Lage des Ortes am Albaufstieg.

Am östlichen Ortsrand und südlich des heutigen Ortes gefundene alamannische Siedlungsreste zeigen Urspring als eine der frühesten Siedlungen im oberen Lonetal. Eine Siedlungskontinuität seit römischer Zeit ist jedoch nicht belegbar. Urspring gehörte im Hochmittelalter zur Grafschaft Helfenstein. 1382 wurde der Ort an Ulm verpfändet und 1396 verkauft. In der Zeit der Zugehörigkeit zur Reichsstadt Ulm gehörte Urspring zum Amt Lonsee.

1803 fiel Urspring an Bayern und 1810 an Württemberg. Der Ort wurde dem Oberamt Ulm unterstellt. Seit 1938 gehörte Urspring zum Landkreis Ulm.

Urspring hat 880 Einwohner (Stand: 31. Dezember 2018).cite-ref-einwohnerzahlen-lonsee-de-3-0[3]

Halzhausen

EttlenschieĂź

Luizhausen

Radelstetten

Sinabronn

Sinabronn ist der kleinste Ortsteil von Lonsee mit nur 140 Einwohnern (Stand: 31. Dezember 2018).cite-ref-einwohnerzahlen-lonsee-de-3-5[3] Der Ort ist in der jüngeren Ausbauzeit entstanden (1377 Zinebrunnen, 1415 Synabrunnen). Der Name bedeutet entweder „Bei der Quelle des Sina“ oder „An der ständig fließenden Quelle“. Für die letztere Deutung würde sprechen, dass Sinabronn wirklich einen Brunnen besaß, der in einem gemeindeeigenen Brunnengärtlein bei der Zehntscheune in Richtung Ettlenschieß lag. Mit dem Erwerb 1534 bzw. 1568 Sinabronns durch Ulm erlangte die Stadt Ulm die alleinige Herrschaft über den Ort. Sie unterstellte daraufhin Sinabronn dem Amt Ettlenschieß; als dieses 1774 aufgehoben wurde, fiel es mit ihm an das Amt Lonsee.cite-ref-8[8] 1803 kam der Ort an Bayern und 1810 an Württemberg und wurde dem Oberamt Ulm unterstellt.

Religionen

Nach dem Zweiten Weltkrieg kamen die ersten Katholiken nach Lonsee. Bis 1957 waren rund 600 Heimatvertriebene zugezogen. Deshalb wurde in Lonsee im Juli desselben Jahres eine Seelsorgestelle errichtet, damit die Katholiken nicht weiterhin von Ulm und von Westerstetten aus seelsorgerisch begleitet werden mussten. 1959 wurde mit dem Bau einer Kirche samt Gemeindesaal und eines Pfarrhauses begonnen, die am 22./23. Mai 1960 eingeweiht wurden. Heute umfasst die Gemeinde ca. 1250 Katholiken.

Seit Januar 2001 bildet die Kirchengemeinde Maria Königin in Lonsee eine Seelsorgeeinheit mit der Kirchengemeinde St. Martin in Westerstetten.

Politik

Verwaltungsverband

Lonsee ist Sitz des Abwasserzweckverbands „Oberes Lonetal“, der im Ortsteil Halzhausen eine Sammelkläranlage für die Gemeinden Lonsee, Amstetten und Nellingen betreibt.

BĂĽrgermeister

Bürgermeister der Gemeinde Lonsee ist seit 2007 Jochen Ogger. Zuvor war Günther Mack ab 1971 Bürgermeister. Ogger wurde im April 2015 mit 98,8 Prozent der Stimmen und im März 2023 mit 97,9 Prozent der Stimmen im Amt bestätigt.cite-ref-9[9]

Gemeinderat

Die Kommunalwahl am 9. Juni 2024 in Lonsee führte zu folgendem amtlichen Endergebnis. Die Wahlbeteiligung lag bei 66,0 % (2019: 65,6 %). Der Gemeinderat besteht aus den gewählten ehrenamtlichen Gemeinderäten und dem Bürgermeister als Vorsitzendem. Der Bürgermeister ist im Gemeinderat stimmberechtigt.

Durch Ausgleichsmandate, bedingt durch die Unechte Teilortswahl, besteht der Gemeinderat seither aus 21 Mitgliedern (Normalzahl: 18).

| Partei oder Wählervereinigung | 2024 | 2024 | 2019 | 2019 |
|---|---|---|---|---|
| Partei oder Wählervereinigung | Stimmen | Sitze | Stimmen | Sitze |
| CDU | 33,9 | 7 | 27,9 % | 7 |
| Unabhängige Wählergemeinschaft (UWG) | 20,7 | 4 | 26,1 % | 6 |
| BĂĽrgerliste (BL) | 32,2 | 7 | 26,9 % | 6 |
| BĂĽndnis 90/Die GrĂĽnen | 13,2 | 3 | 19,2 % | 5 |

Wappen

Blasonierung des 1922 verliehenen Wappens: In Blau eine kreisförmig gekrümmte, mit dem Kopf nach heraldisch rechts schnellende, rotgepunktete silberne Forelle.cite-ref-10[10]

Partnerschaften

Lonsee unterhält partnerschaftliche Beziehungen zu

• Chabris in Frankreich seit 1978
• Kingskerswell in Großbritannien seit 1989

Infrastruktur

Verkehr

Durch eine Alltagsroute aus dem Radnetz Baden-Württembergcite-ref-11[11] ist Lonsee über Amstetten mit Geislingen an der Steige und in der anderen Richtung über Westerstetten und Beimerstetten mit Ulm verbunden. Der Albtäler-Radweg führt als Landes-Fernradweg durch Lonsee; es handelt sich um einen Rundkurs zwischen Römerstein und Giengen an der Brenz.

Persönlichkeiten

In Lonsee geboren

• Heinrich Stooß (1896–1971), geboren in Radelstetten, Landtagsabgeordneter, Bundestagsabgeordneter, erster Minister für Ernährung und Landwirtschaft des Landes Württemberg-Baden
• Christian Leibing (1905–1997), geboren in Radelstetten, Landwirt, Landtagsabgeordneter, Bundestagsabgeordneter
• Peter Wilhelm Stahl (1913–2001), Pilot und Luftfahrtautor
• Fritz Frey (1914–1984), geboren in Urspring, Ingenieur, Landtagsabgeordneter

Mit Lonsee verbunden

• Heiko Bellmann (1950–2014), Zoologe und Buchautor, lebte in Lonsee
• Eberhard Leibing (* 1940), politischer Beamter, lebt in Radelstetten

Literatur

• Albert Kley, Rainer Schreg: Scherben schreiben Geschichte. Vor- und Frühgeschichte von Geislingen und Umgebung. In: Veröffentlichungen des Stadtarchivs Geislingen, Band 17, Geislingen 1992.
• K. H. Maier: Eine mittelalterliche Siedlung auf Markung Urspring. Materialh. Arch. Bad.-Württ. 23, Stuttgart 1994.
• Dieter Müller, Günter Wieland: Der Hägelesberg bei Urspring, Gemeinde Lonsee, und die Wallanlagen bei Breitingen und Holzkirch. Alb-Donau-Kreis. Atlas arch. Geländedenkm. Bad.-Württ. 2, 13, Theiss, Stuttgart 2005.
• Lonsee. In: Johann Daniel Georg von Memminger (Hrsg.): Beschreibung des Oberamts Ulm (= Die Württembergischen Oberamtsbeschreibungen 1824–1886. Band 11). Cotta’sche Verlagsbuchhandlung, Stuttgart / Tübingen 1836, S. 203–205 (Volltext [Wikisource]).

Weblinks

Commons

: Lonsee

– Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

• Lonsee bei LEO-BW
• Internetpräsenz der Gemeinde Lonsee

Einzelnachweise

cite-note-metadaten-einwohnerzahl-de-bw-11. Statistisches Landesamt Baden-Württemberg – Tabellengruppe 12411: Fortschreibung des Bevölkerungsstandes zum 31. Dezember 2024 (Hilfe dazu).
cite-note-22. ↑ Daten- und Kartendienst der LUBW
cite-note-einwohnerzahlen-lonsee-de-33. ↑ Einwohnerzahlen auf der Website der Gemeinde Lonsee, abgerufen am 31. Januar 2019
cite-note-42. Ortsteil Halzhausen. Gemeinde Lonsee; abgerufen am 31. Januar 2019
cite-note-gemeindeverzeichnis-s458-53. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. W. Kohlhammer, Stuttgart / Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 458 (Statistische Bibliothek des Bundes und der Länder [PDF; 41,1 MB]).
cite-note-64. Ortsteil Radelstetten. Gemeinde Lonsee; abgerufen am 31. Januar 2019
cite-note-gemeindeverzeichnis-s543-75. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. W. Kohlhammer, Stuttgart / Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 543 (Statistische Bibliothek des Bundes und der Länder [PDF; 41,1 MB]).
cite-note-88. ↑ Ortsteil Sinabronn. Gemeinde Lonsee; abgerufen am 31. Januar 2019
cite-note-99. ↑ Bürgermeisterwahl in Lonsee: Jochen Ogger erhält 97,85 Prozent der Stimmen. In: swp.de. 19. März 2023, abgerufen am 21. März 2023.
cite-note-1010. ↑ Wappenbeschreibung im Internetauftritt der Gemeindeverwaltung Lonsee; abgerufen am 20. März 2021.
cite-note-1111. ↑ Das RadNETZ Baden-Württemberg auf www.radroutenplaner-bw.de